Heimat ist…

Seit etwas über drei Wochen versuche ich nun schon meine Gedanken zum Thema „Heimat“ aufzuschreiben. Darüber nachdenken tue ich seit dem Tag, als Katja zu ihrer Blogparade aufgerufen hat. Doch nichts von dem was ich in der Zeit geschrieben habe, fühlt sich richtig an. Das liegt wahrscheinlich daran, dass „Heimat“ für mich nicht nur der Ort ist aus dem ich komme, sondern vor allem auch ein Gefühl, dass sich nur schwer in Worte fassen lässt.

Natürlich ist Heimat zunächst einmal Zuhause. Egal wohin es mich in den nächsten Jahren noch hin verschlägt. ich weiß in meiner Heimat werde ich immer ein Zuhause haben, zu dem ich zurückkommen kann. Mein Zuhause ist aber nicht automatisch meine Heimat. Über fünf Jahre war Leipzig mein Zuhause, aber als Heimat habe ich es nie betrachtet. Seltsamerweise bezeichne ich es seit meinem Umzug nach Osnabrück als meine alte Heimat.

Einfach betrachtet, kann ich sagen: Meine Heimat ist die Prignitz (und ein kleiner Teil der angrenzenden Altmark), denn dort sind meine Wurzeln Diese brandenburgische Region, die kaum jemand kennt und für die ich die verschiedensten Beschreibungen gefunden habe, wo sie liegt. Da wo Havel und Elbe zusammenfließen, ziemlich genau die Hälfte der Luftlinie Berlin-Hamburg; der westliche Zipfel von Brandenburg, der über Sachsen-Anhalt liegt.

Mittlerweile sage ich der Einfachheit halber auch manchmal, dass ich aus der Nähe von Berlin komme. Denn Berlin kennt eben jeder, während ich bei Ortsnamen wir Perleberg oder Wittenberge (man beachte das ‚E‘ am Ende) meistens nur verwirrte Blicke ernte. Gerade bei letzterem habe ich schon oft zu hören bekommen: „Ja, Wittenberg hab ich schon mal gehört.“ Manchmal verzweifele ich da schon ein wenig.

Heimat ist aber noch viel mehr als nur meine Wurzeln in dieser wunderschönen, wenn auch eher unbekannten, Region zu haben. Heimat ist für mich vor allem auch Kindheit und die damit verbundenen Erinnerungen. Da sind die Fahrradtouren zur Plattenburg, sowohl mit meinen Familie als auch von der Schule aus, die Sommer an der Havel mit meinen Cousinen, der Große Markt in Havelberg und all die anderen Erinnerungen die mir einfallen, wenn ich an meine Heimat denke. Bei denen es mir aber äußerst schwer fällt sie in Worte zu fassen, da einfach nichts dem Gefühl recht wird, das ich empfinde, wenn ich an meine Heimat denke.

Ich schrieb bereits, Heimat ist Zuhause. Deswegen ist die für mich die beste Beschreibung für dieses Gefühl auch „nach Hause kommen.“ Natürlich empfinde ich es hauptsächlich, wenn ich an die Prignitz denke. Aber ich bin in der Vergangenheit auch schon an Orten gewesen, bei denen ich sofort dieses Gefühl hatte, auch ohne dort ein Zuhause zu haben. Bei jedem Besuch in Hamburg empfinde ich es. Während der USA-Rundreise vor zwei Jahren empfand ich es in Madison County und in New York. Auch Malta und Hastings (UK) rufen bei mir ähnliche Empfindungen wach. Und weil das so ist, schließe ich nicht aus, dass ich irgendwann eine zweite Heimat neben der Prignitz haben werde. Denn wenn nicht in der Prignitz, möchte ich zumindest an einem Ort sesshaft werden, an dem ich immer das Gefühl habe „nach Hause zu kommen.“

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4 Kommentare zu “Heimat ist…

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