Ein Jahr BarCamps

Bald jährt sich mein erster BarCamp-Besuch. Eigentlich wollte ich das diesjährige CommunityCamp als Anlass nehmen, um auf ein Jahr BarCamps zurückzublicken. Deswegen war dieser Eintrag für Ende Oktober geplant. Doch da das Thema so gut zur Blogparade von Cortex digital passt, wird das ganze jetzt einfach mal vorgezogen. Weiterlesen

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Mein erstes fbcamp in Retrospektive

Es sind mittlerweile ein paar Tage vergangen, seitdem das zweite fbcamp in Hamburg vorbeigegangen ist. Es wird daher langsam wirklich Zeit, dass ich meine Gedanken dazu zusammenfasse, sonst kann ich es auch gleich sein lassen.

Ich hab das Phänomen BarCamp erst Ende 2012 so richtig für mich entdeckt. Daher habe ich mich schon seit längerem auf mein insgesamt erst drittes BarCamp gefreut. Deswegen habe ich mein Erkältung auch einfach ignoriert und bin vergangenen Freitag anstatt im Bett zu bleiben auf den Weg zum attraktor in Hamburg gemacht.

Diese Entscheidung hat sich definitiv gelohnt. Daher zunächst auch ein großes Dankeschön an die Organisatoren Silke Schippmann und Christian Rasch, die Sponsoren besonders RossmannMRM und simyo für ihre finanzielle Unterstützung, Meyers Partyservice für das wunderbare Catering und den netten Service, dem attraktor sowie der Technischen Fachschule Heinze für die Räumlichkeiten. Ein ganz besonders großer Dank geht auch an die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denn nur durch ihre Beiträge konnte das fbcamp so sein wie es war. Danke für die interessanten Sessions und die schönen Unterhaltungen.

 

Sessionplanung

Sessionplanung

Auch wenn ich nicht mehr ganz unerfahren bin, was BarCamps betrifft, bin ich doch immer noch Neuling in diesem Bereich. Daher war es für mich auch ein wenig überraschend, dass die angebotenen Sessions kaum neue Einsichten für mich geboten haben. Für mich persönlich waren die Sessions, die sich nur am Rande mit Facebook beschäftigt haben, die aus denen ich am meisten ziehen konnte, wie beispielsweise die Sessions von Johannes Lenz und Stefan Evertz zu Corporate Blogs.

Doch wenn ich auch an den zwei Tagen nicht unbedingt zu neuen Einsichten bezüglich Facebooks gekommen bin, so haben mir dir besuchten Sessions auf jeden Fall dabei geholfen meine eigenen Ansichten strukturierter formulieren zu können.

Besonders aufgefallen ist mir das in einer der fanpage karma-Sessions in der sie beispielhaft Facebook-Beiträge gezeigt haben. Während ich es generell sehr gut finde gutes und schlechtes Community Management anhand von realen Beispielen zu zeigen, fehlte mir in der besagten Session ein wenig die Differenzierung zwischen den Posts. Für mich kam das alles ein wenig zu schwarz-weiß  herüber und das ist es nun einmal nicht. Das zwischen Best und Worst Cases gesprungen wurde, machte dies für mich nur noch auffälliger.

Keine Frage, ein paar der Beispiele gehen gar nicht, wie es Jan Piatkowski in seinem Blog bereits erwähnt hat.  Bei anderen Beispielen fehlte mir jedoch ein wenig die realistische Einschätzung, da die Posts ohne ihren Kontext betrachtet wurden.  Was für eine Seite schlecht ist, kann auf einer anderen Seite durchaus funktionieren und andersrum. 

Auch wenn mich das Fehlen einer differenzierten Wertung gestört hat, so hat mir die Sessions einmal mehr vor Augen gerufen, wie schwer gutes Community Management eben ist. Es gibt eben nicht das eine How-to, bei dem der Erfolg garantiert ist, wenn man es Schritt für Schritt befolgt. 

Eine andere Session, die mir in Erinnerung geblieben ist, ist die Shitstorm-Session von Sascha Pfeiffer. Er selbst hat im Nachgang gesagt, dass er mit seinen Sessions provozieren möchte. Bei mir ist ihm das in besagter Session durchaus gelungen. Es schien, dass viele Anwesende ihm in seiner Kritik an der Verhaltensweise in einem Unternehmen im Falle eines Shitstorms zugestimmt haben. Ich hingegen fand die vorgestellten Tipps zu großen Teilen sehr sinnvoll. Sie mögen an der ein oder anderen Stelle nicht ideal formuliert gewesen sein, aber im Kern kann ich ihnen zustimmen. Außerdem denke ich, dass es gerade für Unternehmen, die nicht so affin im Umgang mit Social Media sind, durchaus hilfreich ist, eine gewisse Übersicht zu haben, sollte der Shitstorm eintreffen. Vor allem, wenn das Vorliegen einer solchen Liste dazu führt, dass sich in einem Unternehmer bereits mit dem Thema auseinandergesetzt wird, bevor auch nur der Hauch eines Sturms erkennbar ist.

Das ich in besagter Session selbst nicht gekontert habe, lag hauptsächlich an bereits erwähnter Erkältung. Ich konnte mich am vergangenen Wochenende schon kaum in normaler Lautstärke verständigen. Eine Unterhaltung quer durch den größten Raum des BarCamps war schlichtweg einfach nicht drin. Beim nächsten Mal diskutiere ich gerne mit.

Bereits Sonntag gab es ja bereits Kritik am fbcamp mit der Frage ob das Thema einfach durchgespielt sei. In kann diese Frage ein wenig verstehen. Wie gesagt, gab es auch für mich kaum etwas Neues während der zwei Tage. Ich denke aber, dass es wirklich ein wenig an der Natur von Facebook liegt, der Vergleich mit einer gläsernen Glocke passt da schon ganz gut.

Was aber noch viel mehr mit in diese Sache spielt, ist die Schwierigkeit bei einem Themencamp für jeden Wissensstand etwas zu bieten. Manch einer befasst sich eben nur sporadisch mit den verschiedenen Änderungen bei Facebook, während es bei anderen dazu gehört die Änderungen sehr aktiv zu verfolgen. Ich selber gehöre auch eher in die letztere Kategorie, daher eben auch das Gefühl nicht wirklich etwas Neues gelernt zu haben.

Dass bei diesem fbcamp nun verhältnismäßig viele Sessions zu grundsätzlichen Themen stattfanden, mag man auch ein bisschen als Pech betrachten, denn schließlich sind wir als Teilnehmer ja selber dafür verantwortlich, was vorgestellt und diskutiert wird. Zustimmen muss ich daher aber auch, dass mehr Slots hätten angeboten werden können, da die Tage früh endeten und die Mittagspause auch geblockt wurde.

Alles in allem, war es für mich trotzdem ein erfolgreiches BarCamp. Ich habe vielleicht nichts Neues über Facebook gelernt, dafür aber umso mehr etwas darüber, wie ich selbst mit dem Thema umgehe und die Unterhaltungen außerhalb der Sessions sowie die neuen Bekanntschaften möchte ich keinesfalls missen.

Danke nochmal an alle Beteiligten für ein gelungenes BarCamp!

 

Foto: CC-BY Malte Klauck von Hamburg Fotografiert